Alt Moabit 105 | Berlin

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PROJEKTBESCHREIBUNG

1.1 Allgemeine Projektbeschreibung

Das Grundstück Alt-Moabit 105 in Berlin-Moabit wurde um die vorletzte
Jahrhundertwende mit einem üblichen Berliner Wohn- und Gewerbegebäude bebaut. Es
entstanden ein Vorderhaus, ein Seitenflügel mit einem ersten Quergebäude sowie
ein weiterer Seitenflügel mit einem 2. Quergebäude. Das Gebäude besitzt ein
Untergeschoss, ein Erdgeschoß, im Allgemeinen 5 Obergeschosse, sowie ein
Dachgeschoss. Teilbereiche des 2. Quergebäudes besitzen nur 4 Obergeschosse,
hier ist nun ein Geschoß aufzustocken. Kriegseinwirkungen sind wohl nur
untergeordnet entstanden, ein neues Dach wurde nach 1945 hergestellt. Im Laufe
der Zeit sind einige kleinere Umbauten vorgenommen worden. Es ist geplant, die
Bestandsgebäude zu sanieren, teilweise aufzustocken und einer Büro- und
Wohnnutzung zuzuführen (co-living/co-working). Das Untergeschoss soll im
hinteren Bereich (2. Quergebäude) hochwertig genutzt werden – Konferenz, Kino und
Serviceräume. Im vorderen Bereich (1. Quergebäude) sollen im UG Gewerbe- und
Lagerräume untergebracht werden. Im 3. Hinterhof soll ein Tiefgarten angelegt
werden.

Insgesamt sind zwei Bauabschnitte zu planen:

A. 2. Quergebäude
B. 1. Quergebäude mit beiden Seitenflügeln (zur Zeit teilweise in Nutzung)

1.2. Tragwerk des Bestands-Gebäudes

Das Bestandsgebäude im hinteren Bereich (2. Quergebäude) wurde in massiver
Bauweise aus Mauerwerk mit überwiegend flachen, zum Auflager an gewölbten
Stahlbetondecken (Koenesche Voutendecken) auf Stahlnebenträgern errichtet. Dabei
liegen die Stahlnebenträger auf Stahlhauptträgern auf, die ihre Lasten in
gespreizte Stahlstützen abgeben. Stahlnebenträger sind seitlich durch die
anschließende Stahlbetondecke geschützt, der Unterflansch wurde mit
Drahtputzgewebe ummantelt und verputzt. Die Stahlhauptträger und die
Stahlstützen wurden ummauert bzw. ebenfalls mit Drahtputzgewebe ummantelt und
verputzt.

Das Bestandsgebäude im vorderen Bereich (1. Quergebäude) im Seitenflügel sowie im
Untergeschoss wurde ebenfalls in massiver Bauweise aus Mauerwerk mit
Stahlsteindecken auf Stahlträgern errichtet. Dabei liegen die Stahlträger auf
Stahlhauptträgern und gespreizten Stahlstützen, Mauerpfeilern bzw. direkt auf
den Wänden auf. Die Stahlträger und die Stahlstützen wurden ummauert bzw.
ebenfalls mit Drahtputzgewebe ummantelt und verputzt.

Die Dachkonstruktion wurde nach dem Krieg als Stahlkonstruktion mit Holzsparren
neu hergestellt.

Substanzuntersuchungen des Mauerwerks und der Decken sind noch durchzuführen,
teilweise sind die Stahleinlagen vermutlich korrodiert (KGII?), jedoch wohl ohne
großen Materialabtrag.

Hierfür wurden bereits Erkundungen veranlasst, um festzustellen, ob Maßnahmen
zur Repassivierung der Stahleinlagen erforderlich sind. Des Weiteren wird an der
vorhandenen Konstruktion überprüft und beurteilt, welcher Putz in der
Vergangenheit aufgebracht wurde und ob aus Brandschutzgründen ein zusätzlicher
Kalkzementputz bzw. Gipsputz aufgebracht werden muss.

Das Gebäude ist üblicherweise auf Streifen- und Einzelfundamenten gegründet.

Für welche Gesamtlast das Gebäude und seine Decken bemessen wurde, ist zur Zeit
nicht bekannt. Für das Gebäude liegen keinerlei statischen Unterlagen vor, so
dass eine umfassende Erkundung der vorhandenen Konstruktion erfolgen muss, um
Reserven für die Lasterhöhung aufgrund der Aufstockung bzw. für neue
Deckenaufbauten zu erschließen und so dass der statische Nachweis des Tragwerks erbracht werden kann.